nachhaltig bauen

Projekt am Seeberg in Schondorf am Ammersee // Ansicht Ensemble Front

Die Seeberghäuser

Die Seeberghäuser 2000 1334 josef-hoegenauer.de

Häuser, die aus einer Haltung heraus entstanden sind

Das Projekt am Seeberg 10 in Schondorf ist nicht aus dem Wunsch entstanden, ein einzelnes Gebäude zu realisieren, sondern aus einer grundsätzlichen Überlegung zum Bauen selbst. Mich hat die Frage beschäftigt, was passiert, wenn man ein Haus konsequent auf das Wesentliche reduziert – sowohl in der Materialität als auch in der Planung.

Im Ergebnis steht ein Gebäude, das mit wenigen, klar definierten Baustoffen auskommt. Der Großteil besteht aus Holz und weiterverarbeiteten Holzprodukten, ergänzt durch Metall und Beton dort, wo es konstruktiv notwendig ist. Es geht nicht um Verzicht, sondern um Konzentration: auf Materialien und Lösungen, die langfristig funktionieren.

Kompaktheit als Prinzip, nicht als Einschränkung

Ein zweiter zentraler Gedanke war das kompakte Bauen. Die Grundrissgestaltung folgt nicht der Idee, möglichst viel Fläche zu erzeugen, sondern Räume so zu organisieren, dass sie effizient genutzt werden können. Das betrifft sowohl die Flächenaufteilung als auch die Wege und die Beziehungen zwischen den einzelnen Bereichen.

In der Praxis zeigte sich schnell, dass genau darin eine Qualität liegt. Ein klar strukturierter Grundriss schafft Orientierung, reduziert unnötige Flächen und macht ein Gebäude insgesamt wirtschaftlicher – sowohl in der Erstellung als auch im Betrieb.

Lernen im Prozess – und was daraus entstehen kann

Wie bei jedem Bauprojekt lag ein wesentlicher Teil der Erkenntnisse nicht in der Planung, sondern in der Umsetzung. Während der Bauphase wurden viele Details erst wirklich bewusst. Ich habe bemerkt, wo etwas gut funktioniert und wo nachjustiert werden muss.

Aus diesen Erfahrungen ist ein weiterer Gedanke entstanden: Wenn ich ein Projekt dieser Art nicht nur einmal umsetze, sondern weiterentwickele und wiederhole, entsteht ein echter Mehrwert. Details müssen nicht jedes Mal neu gedacht werden, Prozesse werden klarer und die Umsetzung kann effizienter erfolgen.

Das bedeutet nicht, dass jedes Haus gleich aussehen muss. Es geht vielmehr darum, ein System oder eine Herangehensweise zu etablieren, die sich anpassen lässt – je nach Grundstück, Bedarf und persönlicher Vorstellung.

Zwischen Konzept und individueller Planung

Die Seeberghäuser stehen damit genau zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite sind es konkrete, gebaute Häuser mit klaren Entscheidungen. Auf der anderen Seite ist es ein Konzept, das sich weiterdenken lässt.

Für manche mag genau dieses Haus die richtige Lösung sein. Für andere ist es eher der Ausgangspunkt für eine eigene, individuelle Planung. Gerade die Reduktion auf wenige Materialien und die klare Struktur können auch in ganz anderen architektonischen Ansätzen funktionieren.

Am Ende ist das auch der Kern meiner Arbeit: nicht ein fertiges Produkt zu liefern, sondern eine fundierte Grundlage, auf der sich Projekte entwickeln lassen.

Einladung zum Open House am 8. Mai 2026

Mit dem Open House am 8. Mai öffne ich das Projekt bewusst für die Öffentlichkeit. Mir geht es dabei nicht um eine klassische Präsentation, sondern darum, das Haus erfahrbar zu machen.

Pläne und Visualisierungen sind das eine – ein Gebäude tatsächlich zu betreten, ist etwas anderes. Proportionen, Materialität und Raumwirkung lassen sich erst vor Ort wirklich verstehen.

Ich werde an diesem Tag selbst vor Ort sein und Einblicke in die Entstehung des Projekts geben. Es geht um den Austausch: über das Gebäude, über die zugrunde liegenden Gedanken und darüber, wie sich solche Ansätze auf andere Projekte übertragen lassen.

Ein Projekt als Ausgangspunkt

Die Seeberghäuser sind für mich kein abgeschlossener Punkt, sondern eher ein Anfang. Die Erfahrungen aus diesem Projekt fließen in die nächsten ein – sowohl in die architektonische Planung als auch in die Art, wie ich Bauprozesse begleite.

Wenn daraus Gespräche entstehen, neue Projekte oder auch einfach ein anderer Blick auf das Thema Bauen, dann erfüllt das Projekt genau den Zweck, den ich damit verfolgt habe.

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